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Gefälschte Markenkleidung im Internet

Wie erkenne ich „echte“ Angebote

Die Meldung, dass letzte Woche Hunderte Verbraucher, die im Internet gefälschte Markenkleidung gekauft haben, angezeigt wurden, hat viele Konsumenten verunsichert. Sie möchten nun wissen, wie sie seriöse Webseiten von unseriösen unterscheiden können und worauf sie beim Einkaufen im Internet achten sollen.

Bei einer Seite aus China, die auffallend günstige Preise für Markenkleidung anbietet (wenn zum Beispiel jedes angebotene Produkt um 70% weniger kostet als normal), sollte eigentlich bei jedem der Verdacht aufkommen, dass es sich um Produktfälschungen handelt. Wer auf solchen Seiten bestellt, riskiert nicht nur keine oder gefälschte Ware zu erhalten, sondern dass bei einer Kontrolle der Ware durch die Zoll- oder Finanzbehörde diese beschlagnahmt wird und es zudem auch verwaltungsrechtliche oder gar strafrechtliche Konsequenzen für den Käufer haben könnte. In Italien ist der Kauf von gefälschten Produkten verboten.

Das Gesetz kennt kein Pardon: Wer als Endverbraucher Waren kauft, die aufgrund ihrer Beschaffenheit, der Verhältnisse des Anbieters oder der Höhe des Preises darauf schließen lassen, dass es sich um Produktfälschungen oder um Waren dubioser Herkunft handelt, sind Verwaltungsstrafen bis zu 7.000 Euro vorgesehen. Damit aber nicht genug: Das italienische Strafgesetzbuch sieht zudem vor, dass wer, ohne ihre rechtmäßige Herkunft zu prüfen, Produkte kauft oder entgegennimmt, die aufgrund ihrer Beschaffenheit, oder der Verhältnisse des Anbieters oder der Unangemessenheit des Preises, darauf schließen lassen, dass ihre Herkunft mit einer Straftat verbunden ist, muss mit einem Bußgeld von mindestens 10.000 Euro oder sogar mit einer Freiheitsstrafe von bis zu 6 Monaten rechnen. Im schlimmsten Fall kann man sogar der Hehlerei beschuldigt werden (Freiheitsstrafe zwischen 2 und 8 Jahren und Strafe von 516 – 10.329 Euro).

Der erste Verdachtspunkt muss also der Preis sein. Ist dieser unverhältnismäßig niedrig, ist es ratsam, der Versuchung zu widerstehen und nicht zu kaufen.

Informieren Sie sich über den Verkäufer bevor Sie bestellen. Internetforen können dabei hilfreich sein. Um auf Nummer sicher zu gehen, kontaktieren Sie den Hersteller der Markenware und fragen Sie nach, ob der Online-Shop diesem bekannt ist und ob es sich um einen autorisierten Händler handelt.

Wirbt die Seite mit einem graphischen Emblem, das einem Gütesiegel entspricht, prüfen Sie nach, ob dieses Siegel auch existiert. Nicht selten zieren betrügerische Webseiten selbst entworfene falsche Siegel.

Wichtig ist auch, stets darauf zu achten, dass die Internetseite genaue Kontaktdaten des Unternehmens (auch eine Postadresse) enthält und dass Informationen zu den wesentlichen Eigenschaften der Ware, zum Preis (inklusive aller Gebühren und Lieferkosten), den Zahlungsmodalitäten, zum Rücktrittsrecht sowie zu den gesetzlichen und vertraglichen Garantiebedingungen gegeben werden. Die Kontaktinformationen sollten verifizierbar sein. Vergewissern Sie sich zum Beispiel, ob die Adresse und Telefonnummer mit jener im Telefonbuch übereinstimmen und ob sich unter der angegebenen Telefonnummer auch wirklich jemand meldet. Fast jedes Land hat elektronische Telefonbücher, welche unentgeltlich zur Verfügung gestellt werden. Sollten Sie keinen Eintrag im diesbezüglichen E-Telefonbuch finden, verlangen Sie die Übermittlung der Bestätigung über die Eintragung ins Firmenregister oder entsprechendes Berufsalbum und geben Sie sich auf keinen Fall mit der E-Mail Adresse Ihres Vertragspartners zufrieden.

Das Europäische Verbraucherzentrum in Bozen steht für weitere Informationen unter der Telefonnummer 0471/980939 oder unter info@euroconsumatori.org zur Verfügung.


Bozen, 04.04.2012
Presse-Information



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