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Das krumme Geschäft mit der Liebe - oder wie chatte ich mich arm

Ein Südtiroler Herr beginnt sich online mit einer Dame aus dem Sudan zu unterhalten. Die Dame aus dem Sudan erklärt dem Südtiroler Herrn schon nach einigen Tagen ihre große Liebe. Der Südtiroler Herr überweist daraufhin Euro 6000 mittels Western Union. Die Dame aus dem Sudan bittet um weitere Euro 8000.

Der Südtiroler Herr nutzte wie viele andere Singles einen italienischen Chatroom, um mit Damen ins Gespräch zu kommen.
Nur war seine Online-Bekanntschaft eine besondere. Die Dame gab an, aus dem Sudan zu sein und durch ihren Vater bald schon über eine auf einer Londoner Bank deponierte Summe über 8,2 Millionen Dollar verfügen zu können. Ach ja, und natürlich hatte sich die Dame aus dem Sudan unsterblich in den Südtiroler Herrn verliebt, den sie zärtlich "mio amore" nannte. Kleines Detail am Rande: 10 % der Millionensumme sollte er als kleines Dankeschön erhalten. Einen kleinen Haken hatte das Ganze jedoch: es brauche zunächst einmal Euro 6000, um die notwendigen Dokumente zur Ausreise nach Italien und zur Bereitstellung der Megasumme sicherzustellen.
Und erst dann kam das Europäische Verbraucherzentrum (EVZ) Italien - Büro Bozen ins Spiel: Der Südtiroler Herr meldete sich beim EVZ erst, als er bereits die stolze Summe von Euro 6000 mittels Western Union nach Afrika geschickt hatte, und dies auch nur, da sehr aufmerksame, pflichtbewusste Bankbeamte und der Filialleiter mit uns Kontakt aufgenommen hatten.
Der Südtiroler Herr blieb eine Zeitlang standhaft und folgte dem eindringlichen Rat des Europäischen Verbraucherzentrums und der Bankbeamten, jeglichen Kontakt mit der Dame aus dem Sudan abzubrechen. Besonders dreist war in diesem Moment die telefonische Kontaktaufnahme eines Rechtsanwaltes aus Dakar, der die Mitarbeiterin des EVZ in Bozen von der Rechtmäßigkeit der Machenschaften seiner Mandantin überzeugen wollte. Auch die Dame aus dem Sudan tat das ihre, indem sie keine Gelegenheit ausließ, ihrem "Amore" ihre Liebe am Telefon zu beteuern. Obgleich das EVZ natürlich weiterhin warnte, ließ sich der Südtiroler Herr aber letztendlich dennoch zu einer weiteren Überweisung von Euro 8000 überreden. Erst als danach noch ein Prozent der Millionensumme, also ca. Dollar 80000, als Vorabzahlung verlangt wurde, war es mit der großen Liebe vorbei.

Uns sind solche Angebote, nett verpackt in abenteuerliche Geschichten, bereits seit Langem bekannt. Was das ganze jedoch neu und noch unberechenbarer macht, ist die Zielperson des kontaktsuchenden Singles. Leider bietet das "World-Wide-Web" nicht nur weltweite und grenzenlose Angebote sondern eben auch eine grenzenlose und weltweite Plattform für Betrüger und Kriminelle, um unerkannt und ohne große Anstrengung ihre kriminelle Energie an die Frau und an den Mann zu bringen.
Und leider sind auch die MitarbeiterInnen des EVZ in solchen Situationen machtlos. Was uns bleibt, ist das Aussprechen einer wirklich ernst zu nehmenden Warnung:
"Wer im Internet unterwegs ist, sollte lieber einmal zuviel misstrauen, als meist nicht überführbaren Betrügern auf den Leim zu gehen!"

Mehr Information zum umsichtigen Verhalten im Internet finden Sie in unserer Broschüre zum E-Commerce, die beim EVZ (Brennerstraße 3, Tel. 0471-980939) kostenlos erhältlich ist.


Bozen, 16.03.2009
Presse-Information



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