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Verbrauchertelegramm Europa-AusgabeUm monatlich über die Neuigkeiten im europäischen Verbraucherschutz informiert zu sein, abonnieren Sie kostenlos das Verbrauchertelegramm als Newsletter.JANUAR 2000Redaktion: Europäisches Verbraucherzentrum Das EU-Gesetz 1999Ungewohnt schnell hat das Parlament das diesjährige Europa-Gesetz (legge comunitaria) verabschiedet, das die Umsetzung von ca. 40 EU-Richtlinien zum Ziel hat. Aus verbraucherpolitischer Sicht besonders interessant ist der vorgesehene Aufschub der Regelungen über Herstellung und Vertrieb bestimmter typischer Lebensmittel, die aufgrund der derzeitigen Gesetzeslagen Gefahr liefen, aus hygienischen Gründen verboten zu werden. Auch einige Abänderungen des Zivilgesetzbuches bezüglich der mißbräuchlichen Vertragsklauseln sind wichtige Neuerungen für die Konsument/innen. Nun wurde die Regierung mit der Ausarbeitung von GVD beauftragt, um die konkrete Umsetzung zu ermöglichen.Multilevel- und PyramidensystemeMultilevel - dieses System wird in letzter Zeit von immer mehr Firmen benutzt, um eine Vertriebsstruktur aufzubauen, bei der es nicht so sehr darum geht, was an wen verkauft wird, sondern darum, daß diejenigen, die ganz oben stehen, möglichst viel verdienen. Da ist man dann auch, was Gesetzmäßigkeit und Steuerwesen betrifft, nicht so zimperlich. Dieses MLS, das einem Pyramidensystem gleichkommt, beruht vor allem darauf, daß jeder der einsteigt, erst einmal eine manchmal auch sehr stattliche Summe (bis zu 7 Millionen Lire) berappen muß, um in den Genuß der aus verbraucherpolitischer Sicht zweifelhaften Vorteile dieses Vertriebssystems zu gelangen. Dann geht es darum, möglichst viele weitere Interessenten für das System zu finden - alles natürlich nach dem sehr reizvollen "Elite-System", mit zweifelhaften "Karrieremöglichkeiten" und vor allem: Beim Unterschreiben muß immer alles sehr schnell gehen !Unser Tipp: Alles mit der Ruhe ! Sollten Sie von jemandem angesprochen werden, um bei einem solchen System mitzumachen, muß immer noch genug Zeit bleiben, sich vorher über alles zu informieren. Wenn nicht: Hände weg ! "Geldanlagen in Europa""Geldanlage in Europa" unter diesem Motto fand vor kurzem in Kehl (D) ein Treffen statt, an dem auch eine Delegation des Europäischen Verbraucherzentrums teilgenommen hat. Am Treffen waren Verbraucherschützer aus ganz Europa, die deutschen und österreichischen Aufsichtsbehörden des Kapitalmarktes sowie Funktionäre der deutschen Kriminalpolizei vertreten. Das Thema "grauer Kapitalmarkt" und die Kompetenzen der jeweils zuständigen Aufsichtsbehörden in Deutschland, Österreich und dem dazugehörenden Einzugsgebiet, darunter auch Südtirol, wurden im Laufe des Seminars unter die Lupe genommen. Das Phänomen des Grauen Kapitalmarktes stammt besonders aus Deutschland, wo es sich in den letzten Jahren stark entwickelt und verbreitet hat. Laut Angaben der zuständigen Sachverständiger verlieren Anleger in der Bundesrepublik Deutschland pro Jahr ca. DM 50 Milliarden auf dem Grauen Kapitalmarkt! In letzter Zeit sind es auch immer mehr Südtiroler und Südtirolerinnen, die Opfer der negativen Auswirkungen dieses Phänomen werden und einige haben bereits schwere Kapitalverluste erlitten. Das sog. "Cold Calling", d.h. die Anlagewerbung von Finanzdienstleistungen per Telefon, stand ebenfalls im Mittelpunkt des Seminars. In Deutschland sind diese Telefonanrufe, die ohne eine zuvor vereinbarte Geschäftsbeziehung mit den Kunden erfolgen, von dem Bundesaufsichtsamt für Wertpapierhandel vor kurzem verboten worden. Ein ähnliches Verbot besteht schon seit Jahren auch in Österreich. Da gerade dieses Phänomen in Südtirol in letzter Zeit immer häufiger wurde, streben die Südtiroler Verbraucherschützer ein ähnliches Verbot auch für Italien an.
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