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EVZ-Preisvergleich


Teures Pflaster Südtirol


Das Europäische Verbraucherzentrum (EVZ) hat zusammen mit der Europäischen Verbraucherberatung, Außenstelle Innsbruck, den halbjährigen Preisvergleich durchgeführt. Die Erhebung in Geschäften von Bozen, Innsbruck und Rosenheim zeigt, dass die Preise in Bozen durchschnittlich höher sind als in den Vergleichsstädten. Die Gegenüberstellung mit der letzten Erhebung macht außerdem deutlich, dass die Hälfte aller untersuchten Preise nach oben gegangen sind.

Bozen – Weihnachten, das Fest der Freude, wird in diesem Jahr mehr denn je zu einem Trauerspiel für die Geldtaschen der KonsumentInnen. Denn die Preise steigen weiter. Zu diesem Schluss kommt das EVZ in seinem neuesten Preisvergleich. Die Nord- und Südtiroler VerbraucherschützerInnen nahmen im Zeitraum zwischen 3. und 7. November 72 Produkte des täglichen Gebrauchs in Geschäften von Bozen, Innsbruck und Rosenheim unter die Lupe.

Im Vergleich zur Erhebung im April dieses Jahres sind die Hälfte der Preise angestiegen, davon 50% um mehr als 3%. Ein Drittel ist gleich geblieben und der Rest zurück gegangen. So ist in den vergangenen sechs Monaten der Preis für eine Packung Tee um 41 Cents angestiegen. Rasierklingen sind von 5,18 auf 5,55 Euro geschnellt. Stark zurückgegangen sind in Bozen dagegen die Preise für Spaghetti, Salz und Goldbärchen - und zwar um je rund 20 Cents.

Dass Bozen ein teures Pflaster ist, zeigt auch ein Blick über den Brenner. In 44 Prozent der Fälle sind die Preise in der Südtiroler Landeshauptstadt höher als in Innsbruck. Und 54 Prozent der Produkte liegen sogar über den Preisen in Rosenheim. 250 Gramm Topfen kosten beispielsweise in Rosenheim 44 Cents und in Bozen 1,10 Euro. Viel teurer sind außerdem Haribo Goldbärchen, Salz, Kaffe Jakobs Monarch und Fischstäbchen. Gesalzen sind in Bozen auch die Preise für Backwaren wie Backpulver, Backaroma Zitrone, Backaroma Rhum oder Backaroma Vanille, was vor allem zur Weihnachtszeit negativ zu Buche schlägt. Interessant ist zudem, dass italienische Produkte wie Galbani Mozzaralla oder Philadelphia sowohl in Innsbruck als auch in Rosenheim billiger sind.

Bei den Produktgruppen – etwa Milchprodukten, Tiefkühlwaren, Hygieneartikel, u.a. - zeigt sich kein eindeutiges Ergebnis. So ist Coca Cola in Innsbruck, Fanta in Bozen billiger. Lediglich bei Süßwaren und Snacks zahlt sich der Einkauf durchgehend im Ausland aus.

Günstiger ist Bozen dagegen beim Weizenmehl, griffigem Mehl und Roggenmehl sowie bei Spaghetti und frischen Eiern. Ein Kilogramm griffiges Mehl kostet in Rosenheim 1,18 Euro, in Bozen lediglich 62 Cents. Frische Eier sind in Innsbruck um 69% und in Rosenheim um 55% teurer als in Bozen. 500 Gramm Spaghetti kosten in den benachbarten Städten fast um ein Viertel mehr als in Bozen.

„Auch wenn die Anbieter den Vergleich nicht immer leicht machen, lohnt es sich für die VerbraucherInnen, genau zu schauen und sich zu informieren“, rät das EVZ. „Denn auch Kleinvieh macht Mist.“

Errata Corrige vom 18.12.2003:

Der Preis der Vollmilch Mila, 3,5% fett Tetra Pack, musste vom Preisvergleich entfernt werden, da in Innsbruck und Rosenheim die Preise zweier ähnlicher aber nicht identer Vollmilchen erhoben wurden.


Tabelle mit den genauen Ergebnissen (.pdf-Format, ca. 17,5 kb)

02.12.2003



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