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Internet - Abofallen jetzt auch auf ItalienischIm deutschsprachigen Raum kennt man das Phänomen der Kostenfallen im Internet bereits seit mehreren Jahren. Seit einiger Zeit vermelden nun auch italienischsprachige Verbraucher, dass sie Opfer einer solchen Abofalle geworden sind; allein 200 haben sich in den letzten Wochen beim Europäischen Verbraucherzentrum (EVZ) in Bozen gemeldet. Diesmal handelt sich um Webseiten in italienischer Sprache, die nach dem altbekannten Muster vorgehen: es werden bekannte Gratisprogramme wie Skype, Google Earth, Adobe Reader, Open Office oder AVG Anti-Virus "Free" zum Herunterladen angeboten, aber eben nicht umsonst.Auf diese Seiten gelangt der Verbraucher stets aus Versehen: entweder durch das Anklicken eines Links auf einer gänzlich anderen Seite oder durch eine Suchmaschine (der Verbraucher gibt als Suchbegriff das gewünschte Programm und das Wort "gratis" ein), oder man wird durch ein "Gewinnspiel" angelockt. Der Verbraucher geht natürlich automatisch davon aus, dass er für Freeware-Programme nichts zahlen muss, und füllt ohne Bedenken das Anmeldeformular mit seinen persönlichen Daten aus. Die Nutzung der Seiten ist allerdings nicht kostenlos, ganz im Gegenteil: es handelt sich meistens um zweijährige Abos, häufig zum Preis von 8 Euro im Monat, also 96 Euro im Jahr. Die Information zu den Kosten ist im Kleingedruckten versteckt, oft in hellgrauer Schrift, also sehr leicht zu übersehen. Wer sich anmeldet erhält nicht nur ein E-Mail mit einem Passwort: etwa 3 Wochen danach kommt schon die erste von zahlreichen Mahnungen. Aber auch Verbraucher, die im letzten Moment doch noch gemerkt haben, dass es sich um eine kostenpflichtige Seite handelt und innerhalb der vom Gesetz vorgesehenen Rücktrittsfrist von 10 Tagen ihren Rücktritt mitteilten, berichten, dass sie Mahnungen erhalten haben. Angeblich hätten sie die Dienste der Seite schon in Anspruch genommen und somit sei das Rücktrittsrecht verwirkt. Vorsicht ist also geboten, wenn auf einer vermeintlich kostenlosen Internetseite persönliche Daten (Name, Adresse, Geburtsdatum, Telefonnummer, Emailadresse usw.) verlangt werden. Abgesehen davon, dass jeder Verbraucher grundsätzlich immer darauf achten sollte, wem er seine persönlichen Daten mitteilt, kann ein Anmeldeformular ein Hinweis auf die Kostenpflichtigkeit einer Dienstleistung sein. Bevor Sie Ihre persönlichen Daten eingeben, kontrollieren Sie, ob auf der Internetseite irgendwo (z.B. unterhalb oder neben der Anmeldemaske) versteckt auf Kosten hingewiesen wird. Wenn Sie nicht hundertprozentig sicher sind, dass die Dienstleistung kostenlos ist, sollten Sie die Seite lieber schließen, um keine unangenehmen Überraschungen zu erleben. Wer auf eine dieser Abzockseiten gelangt ist, seine Daten preisgegeben hat und nun Mahnungen und Rechnungen erhält, sollte sich nicht von den einschüchternden Drohungen der Betreiber der Kostenfallenseiten ins Bockshorn jagen lassen, sondern sich zur Wehr setzen. Das Europäischen Verbraucherzentrum hat dafür Musterbriefe vorgesehen: Musterbrief bei Anmeldung eines Volljährigen (ital.) Musterbrief bei Anmeldung eines Minderjährigen (ital.) Bozen, 24.06.2010
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