E-Commerce Bericht 2006
22 Europäische Verbraucherzentren ziehen BilanzWie bereits in den letzten Jahren versuchte das Netzwerk der Europäischen Verbraucherzentren unter Koordination der Kollegen aus Irland, Schweden, Dänemark und Polen einen Überblick zum Stand des Internethandels in Europa zu geben. Zum ersten Mal haben auch die meisten unserer neuen EU-Nachbarn an diesem Netzwerk-Projekt teilgenommen.
Dabei ergab die Auswertung der Daten eine europaweite Steigerung der E-Commerce-Fälle um mehr als das Doppelte, was teils - aber sicherlich nicht nur - auf die steigende Teilnehmerzahl zurückzuführen ist. In Bozen gingen um 82 % mehr „online-Reklamationen“ als im Vorjahr ein.
Die erstellte Statistik berücksichtigt lediglich Fälle, die Warenkäufe zum Inhalt haben. Anfragen zu Dienstleistungen, die über das Internet angeboten werden - wie etwa Flüge oder Pauschalreisen - finden in der Erhebung keine Erwähnung. Auch offene Fragen in Bezug auf misteriöse Gewinnmails sind nicht Thema der Untersuchung.
Zum dritten Mal in Folge steht dabei ein Grund bei allen Reklamationen im Spitzenfeld: in 38 % aller Fälle beanstanden die VerbraucherInnen nicht gelieferte Ware. In einigen dieser Fälle war dieser Umstand leider auf betrügerisches Verhalten von Seiten des Anbieters zurückzuführen; so hat das EVZ Italien hat in allarmierenden 14 % aller festgehaltenen Fälle einen kriminellen Hintergrund festgestellt.
Eine weitere Kohärenz zum Bericht des letzten Jahres zeigt sich in den Daten in Bezug auf das Herkunftsland des Internetanbieters, wo Deutschland an erster Stelle steht. Auch die Statistik unseres Zentrums folgt diesem Trend: in 65 % aller E-commerce-Fälle war der online-Verkäufer eine deutsche Firma. Bemerkenswert ist auch die Tatsache, dass viele italienischsprachige Online-User auf deutschen Seiten auf Shoppingtour gehen, obgleich sie oftmals die Bedingungen aufgrund der bestehenden Sprachprobleme nicht verstehen.
Der Bericht schließt mit nützlichen Tipps ab, durch welche viele Internetfallen von vorne herein vermieden werden können. Dabei steht die Informationssuche in Bezug auf den Verkäufer an erster Stelle.
Als besonders nützlich erweist sich die Bereitstellung des online Einkaufshelfers (shopping assistant), der den online-Shopper durch einen Fragebogen zur richtigen Entscheidung in Bezug auf einen geplanten Einkauf im Internet führen kann. Es handelt sich dabei um einen Service des sog. „Econsumer.gov Projektes“, das im Zusammenarbeit von 13 europäischen Staaten als Antwort auf Internetbetrügereien initiiert worden ist. Unter www.econsumer.gov/deutsch/index.html kann dieser Einkaufshelfer abgerufen werden.
Für weitere Informationen stehen wir Ihnen gerne unter der Telefonnummer 0471 980939 zur Verfügung.
Presse-Information
Bozen, 24.07.2006
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