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Die 6 Millionen Dollar E-Mail ...
Hinter „Geschäftsvorschlägen“ und „Lotteriegewinnen“ lauert Gefahr

Als Herr B. die E-Mail las, die ihm ins Postfach geflattert war, dachte er, alle seine finanziellen Probleme seien mit einem Schlag gelöst: die Glücksfee hatte ihn zum Gewinner einer Lotterie bestimmt, und er sollte doch tatsächlich 800.000 Euro sein eigen nennen dürfen. Die Kleinigkeit, dass er in besagter Lotterie gar nicht mitgespielt hatte, war ihm wohl vor lauter Freude entfallen. Ein paar Monate später dann das böse Erwachen: 6.000 Euro – zum Teil extra von einer Bank aufgeliehen - waren spurlos verschwunden, und mit ihnen auch der angebliche Gewinn.

Herr B. ist bei weitem kein Einzelfall: Schätzungen zufolge fallen den Betrügerbanden, die hinter diesen E-Mails stecken, pro Woche allein in den USA 15-20 Personen in die Krallen, und die Summe der ergaunerten Beträge wird bei 1,5 Billionen Dollar angesiedelt. Im schlimmsten Fall drohen den Opfern Kidnapping, Erpressung und Tod. Doch wie funktioniert das Ganze?

Es gibt zwei klassische Grundschemen bei diesem Betrug: einmal die „Geschäftsvorschlag“-Schiene (siehe www.euroconsumatori.org) und zweitens der vermeintliche Lotteriegewinn.
In jüngster Zeit wurden dem Europäischen Verbraucherzentrum vermehrt Fälle von angeblichen glücklichen Gewinnern gemeldet, wobei sich der Absender diesmal sogar als Superenalotto ausgab.

Der Ablauf ist stets dasselbe: Ihre Adresse wurde angeblich im Internet zusammen mit vielen anderen gesammelt (die Privacy lässt grüßen), und genau SIE wurden durch eine Computerverlosung ausgewählt. Um die Summe zu kassieren, müssen Sie lediglich dem Betreiber alle Ihre Daten übermitteln. Und Sie möchten doch bitteschön Stillschweigen darüber bewahren – aus Sicherheitsgründen natürlich.

Schickt man dann das ausgefüllte Formular zurück, wird man meist aufgefordert, ein Konto in den Niederlanden zu eröffnen – und dafür eine Gebühr von mehreren Hundert Euro zu bezahlen. Aber was sind schon 200 im Vergleich zu 800.000? Und dann muss man eine Versicherung abschließen für das Geld – und dafür bezahlen. Und dann muss man internationale Bankspesen vorauslegen. Und dann kommen noch Gewinnregisterspesen oder Notarkosten oder ... die einzige Hoffnung ist, dass diese Vorauszahlungsbetrüger aufgeben, wenn man Sie genügend "gemolken" hat.

Schlimmstenfalls haben diese Verbrecher (und nein, das ist kein Schimpfwort, sondern lediglich die Feststellung einer Tatsache) auch noch die Kontrolle über Ihr Bankkonto, da Sie ja, um an den Gewinn zu kommen, brav Ihre Daten übermittelt haben. Und was daraus folgen könnte, überlassen wir Ihrer Vorstellung.
Nun ist hierzulande wahrscheinlich allen klar, dass Superenalotto keine e-mails mit Gewinnanzeigen verschickt – aber wäre Ihnen das ebenfalls so klar, falls der Absender die spanischen Staatslotterien "Loterias y Apuestas del Estado" wären?

Wie erkenne ich also, ob es sich um einen Betrug handelt? Die Technische Universität Berlin gibt Ihnen einen einfachen Tipp: zählen Sie die Nullen. Wenn es viele sind, ist die Mail ganz sicher ein Betrugsversuch. Und: hören Sie auf Ihren gesunden Hausverstand! Wenn es zu gut klingt, um wahr zu sein – dann ist es gelogen!

Weitere Infos zu solchen Vorauszahlungsbetrügereien (auch bekannt unter "Nigeria Connection", 419-Betrug, Scam) finden sie auf www.tu-berlin.de/www/software/hoax/419.shtml (TU Berlin).


Presse-Information
Bozen, 06.07.2006



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