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Noch Misstrauen gegen E-Commerce


Am Anfang stand ein Traum: Einkaufen ohne Schlangen an der Kassa, keine schweren Taschen, niedrigere Preise und ein unendliches Sortiment an Waren. Möglich machen sollte dies E-Commerce, das Einkaufen im Internet. Doch dieser Traum wird nur langsam Wirklichkeit. Der Grund: zu wenig Online-KäuferInnen und zu niedriges Vertrauen. Dies zeigen eine aktuelle Studie des Netzwerkes der Europäischen Verbraucherzentren (The European Online Marketplace: Consumer complaints) und die neueste Ausgabe des Eurobarometers der Europäischen Kommission.

Bozen – 57 Prozent der EU-BürgerInnen haben nach wie vor keinen Internet-Anschluss. Lediglich 16 Prozent der NutzerInnen kauften bis jetzt im Web ein. In Italien waren es nur 7 Prozent. Und das, obwohl die KonsumentInnen die positiven Seiten des Online-Shoppings durchaus kennen und schätzen: die Preise sind oft niedriger, die Produkte leichter vergleichbar, so manche Angebote exklusiv und das Einkaufen rund um die Uhr vom Wohnzimmer aus möglich.

Laut Eurobarometer schaffte der E-Commerce aus mehreren Gründen bis jetzt nicht wirklich den Durchbruch: mangelndes Vertrauen in das neue Medium, fehlender Zugang zum Internet und geringes Interesse. In Ländern wie Italien ziehen es die Menschen vor, ins Geschäft zu gehen, weil sie dort direkten Kontakt zu VerkäuferInnen, anderen Menschen und Ware haben.

Überdies begegnen die VerbraucherInnen Online-Einkäufen mit Skepsis. "Das Misstrauen kommt nicht von ungefähr", sagt Rosso. "Die 15 Europäischen Verbraucherzentren haben von Jänner bis Oktober 2003 insgesamt 590 Konsumentenstreitigkeiten bezüglich des E-Commerce behandelt: in 31,5% dieser Fälle wurde die bestellte Ware nie geliefert, obwohl der Verbraucher sie meistens schon bezahlt hatte, und in 13,6% der Fälle war das gelieferte Produkt mangelhaft. Es folgen Probleme mit verspäteter oder nur teilweiser Lieferung, Schwierigkeiten mit Preisauszeichnung, zusätzlichen Kosten, Preiserhöhungen, aber auch Probleme mit dem vom Gesetz vorgesehenen Rücktrittsrecht."

Entsprechend hoch ist noch das Misstrauen der Nicht-KäuferInnen: 65 Prozent der ItalienerInnen glauben nicht an die Sicherheit von Online-Zahlungen, 47 Prozent zweifeln an der Glaubwürdigkeit der Internet-Informationen und mehr als 30 Prozent befürchten Probleme bei der Lieferung oder bei Garantieleistungen.

Und dennoch: "Es gibt einige Vorkehrungen, die wir treffen können, um das Risiko wesentlich zu reduzieren: die Überprüfung der Firmendaten und der Treuhandservice, zum Beispiel. Eine sorgfältige Vorabinformation und Umsicht sind überdies immer empfehlenswert: sowohl im Web als auch beim normalen Kaufbummel durch die Stadt", meint Rosso abschließend.

Die erste Studie des Netzwerkes der Europäischen Verbraucherzentren zum E-Commerce ist im Jahr 2003 erschienen mit dem Titel Realities of the European online market place.

Bozen, 14.4.2004



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