Finanziell unterstützt durch
die Europäische Union
Europäisches Verbraucherzentrum Italien Büro Bozen

Das Reise - A B C

Außer einem Wörterbuch in der Sprache des Urlaubslandes würde der reisende Konsument manchmal auch ein "Wörterbuch des informierten Reisenden" benötigen, mithilfe dessen er Begriffe wie P.I.R., NEB, Stornogebühr, usw. übersetzen könnte. Dieses Infoblatt soll dabei behilflich sein, eine Übersicht über die einzelnen Kürzel, Abkürzungen und Begriffe, die auf den ersten Blick unklar erscheinen, zu gewinnen.

Ausgleichszahlung: bei Flugannullierung, Flugverspätung oder Nichtbeförderung haften Fluggesellschaften mit einem Betrag von 250/400/600 Euro - abhängig von der Streckenlänge (außer in Fällen von unvermeidlichen außergewöhnlichen Umständen).

Außergewöhnliche Umstände: Es handelt sich um Umstände, welche die Fluggesellschaften von den so genannten Ausgleichszahlungen, die bei Flugannullierung/großer Verspätung vorgesehen sind, entbindet. Beispiele sind widrige Wetterverhältnisse, Sicherheitsgründe, unvermeidbare technische Probleme.

EKVK (Europäische Krankenversicherungskarte): Es ist unabdingbar, diese Karte immer bei sich zu tragen, wenn man sich aus Gründen einer Reise, Urlaub, Studium oder Arbeit in ein Land der Europäischen Union begibt. Dieses Dokument ersetzt andere Formulare wie das E110, das E111, das E119 und das E128 Formular, die bisher nötig waren, um in den Genuss von Sanitätsleistungen zu kommen. Damit hat man Anrecht auf die notwendigen medizinischen Gesundheitsleistungen und kann sich direkt an den Gesundheitsdienst des Landes, in welchem man sich gerade aufhält, wenden.

Nationaler Garantiefonds für Pauschalreisen: Im Falle der der Zahlungsunfähigkeit oder des Konkurses von italienischen Reisebüros und Reiseveranstaltern ermöglicht es, dass Reisende vor Reisebeginn die bereits bezahlten Beträge rückvergütet bekommen oder, falls die Reise bereits angetreten wurde, zum Abreiseort zurückbefördert werden. Der Fonds gewährleistet außerdem die sofortige Bereitstellung finanzieller Mittel für die Heimkehr von Verbrauchern aus Nicht-EU-Ländern in Notsituationen.

NEB (National Enforcement Body): Es handelt sich um nationale Behörden, die im jeweiligen EU-Mitgliedsstaat für die Überwachung des Flugverkehrs verantwortlich sind. In Italien ist die ENAC (Ente Nazionale per l'Aviazione Civile) die zuständige Behörde.

Overbooking: bedeutet wortwörtlich übersetzt Überbuchung. Fluggesellschaften verkaufen oft eine Anzahl von Flugtickets, welche die effektive Zahl der verfügbaren Plätze überschreitet. Damit wollen sie erreichen, dass das Flugzeug voll besetzt abfliegt. In manchen Fällen trifft es jedoch ein, dass tatsächlich all jene Passagiere, die ein Flugticket gebucht haben, erscheinen.

P.I.R.(Property Irregularity Report): ein Formular, das man im Falle von Beschädigung/Verlust/Verspätung des Reisegepäcks direkt beim Reklamationsschalter am Flughafen ausfüllen muss. Es ist zudem vorgeschrieben, dass der Fluggast auch noch ein Reklamationsschreiben an die Fluggesellschaft schicken muss.

Reisebüro: die Agentur, bei welcher man verschiedene Tourismus-Dienstleistungen wie beispielsweise Pauschalreisen, Flugtickets, Fähren, Hotels, Reiseversicherungen und vieles mehr kaufen also buchen kann. Zu den Aufgaben des Reisebüros gehört unter anderem, seine Kunden über die Notwendigkeit eines Visums oder andere Formalitäten für das gewählte Urlaubsland zu informieren. Das Reisebüro ist jedoch nicht für die Qualität der angebotenen Dienstleistungen oder eventuelle Fehlleistungen verantwortlich, da dafür direkt die Anbieter der Dienstleistung haften (zum Beispiel der Reiseveranstalter oder die Fluggesellschaft). Den Reisebüros sind die zahlreichen on-line Reiseportale gleichgestellt.

Reiseveranstalter: Er organisiert eine Pauschalreise und haftet für die angebotenen Leistungen. Er kann die Angebote entweder direkt oder über einen Verkäufer (das Reisebüro oder Online - Portale) zum Verkauf anbieten.

Reiseversicherung: Man unterscheidet zwischen:
Reiserücktrittsversicherung (diese übernimmt in bestimmten Fällen die Stornogebühr, die der Kunde bei Nicht-Antritt der Reise zahlen muss);
Reisegepäckversicherung (diese Versicherung kommt bei eventuellen Spesen und Aufwendungen im Falle von Diebstahl/Verlust/Beschädigung des Gepäcks zum Tragen)
Reiseunfall - und Krankenversicherung (diese kommt für die Arztkosten während des Urlaubs auf; wichtig gerade bei Reisen außerhalb der EU in Länder ohne bilaterales Abkommen für medizinische Behandlungen mit Italien.).

Stornogebühr: Diese muss im Falle des Rücktritts von einer Pauschalreise (und im Allgemeinen beim Rücktritt von Tourismusleistungen) bezahlt werden und wird im Verhältnis zum Preis der Pauschalreise berechnet. Die Stornogebühren steigen, je näher man mit seinem Rücktritt an das Reisedatum herankommt. Wenn man wenige Tage vor der geplanten Abreise zurücktritt, ist es durchaus möglich, dass man den gesamten Preis bezahlen muss. Deshalb ist es empfehlenswert abzuwägen, ob sich der Abschluss einer Reiserücktrittsversicherung, welche die möglichen Stornogebühren deckt, lohnt.

SZR (Sonderziehungsrechte): Sie wurden vom IWF (Internationalen Währungsfonds) ins Leben gerufen und bezeichnen eine Rechnungseinheit, die im Falle der Schadenersatzforderung im Flugverkehr zur Anwendung kommt. Im Falle von Verspätung/Verlust/Beschädigung von Gepäcksstücken sieht der Gesetzgeber das Recht auf Schadenersatz in der Höhe von bis zu 1000 SZR vor (diese entsprechen im Mai 2010 1.134,71 Euro).

Timesharing (Teilzeitwohnrechte): Es handelt sich um den Erwerb des Rechts, für einen längeren Zeitraum (mindestens jedoch für die Dauer von drei Jahren) eine Immobilie für eine oder mehrere bestimmte Wochen des Jahres zu Erholungs- oder Wohnzwecken zu nutzen.
Die Unterzeichnung eines Timesharing-Vertrages bringt zahlreiche Zusatzkosten und Risiken mit sich, die nicht immer sofort erkennbar sind - überlegen Sie es sich gründlich, bevor sie einen solchen Vertrag unterzeichnen!

Treibstoffzuschlag: Es handelt sich um einen typischen Aufpreis, der bei Pauschalreisen auftritt. Die Preisrevision darf die 10%-Grenze jedoch nicht übersteigen (andernfalls kann der Verbraucher nach vorheriger Rückerstattung von bereits bezahlten Beträgen kostenlos vom Vertrag zurücktreten). Der Preis darf auf keinen Fall ab dem 20. Tag vor dem Reisetermin erhöht werden. Der Verbraucher kann verlangen, dass der Veranstalter die effektiven Preisänderungen belegt.

Übernahme- bzw. Rückgabeprotokoll (bei einem Mietwagen): Es ist äußerst wichtig, dieses Protokoll aufmerksam und genau auszufüllen, da die häufigsten Schwierigkeiten, mit denen Konsumenten beim Mietwagenverleih konfrontiert werden, mit der Rückgabe des Autos verbunden sind. Sehr oft versuchen die Mietwagenfirmen, dem Konsumenten angebliche Schäden anzulasten. Es ist wichtig, das Auto bei der Übernahme und der Rückgabe genauestens zu überprüfen: Kontrollieren Sie das Auto auf bereits vorhandene Kratzer, Blechschäden, usw. und halten Sie all diese Details schriftlich im Übernahme- bzw. Rückgabeprotokoll fest; lassen Sie sich dieses auch vom Verleiher unterzeichnen.

Urlaubspunkte: Es handelt sich dabei um langfristige Urlaubsprodukte, mit welchen Verbraucher als Gegenleistung für ihre Timesharing-Quote und die zusätzliche Zahlung einer Gebühr ein Passwort und den Zugang auf eine Webseite erhalten, auf der - angeblich hohe - Preisnachlässe auf Angebote bekannter Reiseveranstalter für die Buchung von Urlaubsaufenthalten, Flügen, Mietwagen und Hotels angeboten werden. Meist können Sie mit den Punkten nicht den vollen Urlaub bezahlen, sondern nur einen Teil, sind die buchbaren Angebote doch nicht so zahlreich, wie angekündigt, und die Veranstalter fast gänzlich unbekannt.

Viaggiaresicuri.it
- dies ist die Webseite des italienischen Außenministeriums, auf welcher alle nötigen aktualisierten Informationen sowie eventuelle Warnungen vor Reisen in bestimmte Länder, zu finden sind.



Stand 05.2010