10. Februar 2026 – Das Europäische Verbraucherzentrum Italien (EVZ) macht anlässlich des Safer Internet Day auf die Risiken aufmerksam, die von Deepfakes und KI-Technologien im Zusammenhang mit Online-Betrug ausgehen. Gleichzeitig unterstreicht das EVZ, wie wichtig es ist, manipulierte Inhalte zu erkennen und konsequent offizielle Quellen zu verwenden.
Safer Internet Day 2026 – Deepfakes & KI: neue Online-Bedrohungen
10. Februar 2026 – Das Europäische Verbraucherzentrum Italien (EVZ) macht anlässlich des Safer Internet Day auf die Risiken aufmerksam, die von Deepfakes und KI-Technologien im Zusammenhang mit Online-Betrug ausgehen. Gleichzeitig unterstreicht das EVZ, wie wichtig es ist, manipulierte Inhalte zu erkennen und konsequent offizielle Quellen zu verwenden.Künstliche Intelligenz ermöglicht es heute, Deepfakes (realistisch wirkende, aber gefälschte Video- oder Audioinhalte) sehr einfach zu erstellen – etwa indem Gesichter überlagert oder Stimmen geklont werden. Generative Tools (d. h. die künstliche Erzeugung der menschlichen Sprechstimme) liefern überzeugende Inhalte, in denen sogar öffentliche Personen Dinge „sagen“, die sie nie gesagt haben. Genau das senkt die Wachsamkeit vieler Nutzer:innen.
„Heute reicht es nicht mehr, dem zu vertrauen, was wir online sehen oder hören: Inhalte, die mit künstlicher Intelligenz erzeugt werden, können echt wirken – auch wenn sie komplett gefälscht sind. Für Verbraucher:innen ist es unerlässlich, kurz inne zu halten, nachzudenken und nur offizielle Kanäle zu nutzen, bevor bezahlt wird oder persönliche Daten geteilt werden.“, erklärt Maria Pisanó, Direktorin des EVZ Italien.
Der böswillige Einsatz von Deepfakes befeuert immer raffiniertere Betrugsmaschen – etwa gefälschte Videos, in denen angebliche Finanzbehörden oder bekannte Persönlichkeiten „auftreten“, um Seriosität vorzutäuschen. Auch künstliche Stimmen werden gezielt eingesetzt: Zum Beispiel bei „Ich ruf dich schnell an“-Betrug, bei dem die Stimme von Angehörigen oder Mitarbeitenden geklont wird, um Geld oder sensible Daten zu erpressen.
Zusätzlich verschärft Desinformation das Problem: Wer KI-Inhalte nicht sicher einordnen kann, ist deutlich leichter zu täuschen. Auch in Italien ist das Vertrauen in digitale Inhalte (Videos, Audio, „Sprachnachrichten“, die glaubwürdig klingen) zunehmend angeschlagen – mit der Folge, dass manche nach Betrugsfällen sogar Online-Käufe reduzieren.
Deepfakes erkennen – und sich wirksam schützen
Um sich zu schützen, braucht es einen kritischen Blick und ein gutes Urteilsvermögen. Expert:innen und Sicherheitsplattformen nennen typische Warnsignale:
1) Schau genau hin: Bilddetails verraten vieles
Deepfakes zeigen oft visuelle Unstimmigkeiten, etwa unnatürliche Bewegungen (Hände, Kopf, Kamera), unlogische Licht- oder Schattenverläufe, unsaubere Ränder, unscharfe Übergänge oder Lippenbewegungen, die nicht passen. Häufige Zusatzsignale: unregelmäßiges Blinzeln, „komische“ Mimik (z. B. ein unnatürliches Lächeln) oder eine auffällig glatte, „plastikartige“ Haut.
2) Hör genau zu: Stimme klingt oft „zu perfekt“
KI-Stimmen wirken häufig monoton oder künstlich, mit unnatürlichen Pausen oder kleinen Tonartefakten (Summen, Echo, „Schlieren“ im Klang). In verdächtigen Anrufen kann auch auffallen: fehlende menschliche Nebengeräusche (Atmen, Räuspern) oder eine zu gleichmäßige Sprechweise. Das ist ein klares Alarmsignal.
3) Quelle immer prüfen – nie auf Druck reagieren
Trau keinen dringenden Aufforderungen per E-Mail, Nachricht oder Telefon. Klicke nicht auf verdächtige Links. Beende den Kontakt und melde dich selbst über einen offiziellen Kanal: gespeicherte Nummer, Website händisch eintippen, offizielles Kontaktformular.
4) Sicherheitswort ausmachen (Familie/Team)
Vereinbare mit Familie oder Kolleg:innen ein geheimes Sicherheitswort für Notfälle. Wenn jemand am Telefon oder per Videochat Geld oder private Daten verlangt: Sicherheitswort abfragen. Wer es nicht kennt, ist sehr wahrscheinlich ein Betrüger (oft mit KI-Unterstützung).
5) Vorsicht bei QR-Codes
Auch QR-Codes können Teil der Masche sein und auf gefälschte Seiten führen, die Banken oder bekannte Dienste nachahmen. Wenn du die Herkunft nicht hundertprozentig kennst: nicht scannen – lieber die offizielle Adresse selbst eingeben.
Bei reißerischen oder beunruhigenden Inhalten gilt: immer prüfen, ob seriöse Medien oder offizielle Websites die Information bestätigen. Die Verbreitung von Deepfakes zeigt, wie wichtig geprüfte und verlässliche Informationen sind. Bei Betrugsverdacht sollte man umgehend die Postpolizei (Polizia Postale) kontaktieren und keine weiteren Daten an die Kriminellen weitergeben.
Für Informationen zu Verbraucherrechten und Unterstützung bei Problemen mit Unternehmen in anderen EU-Ländern kann man sich an das Europäische Verbraucherzentrum Italien wenden.
Kurz gesagt: Die technologische Entwicklung macht einen „Zero-Trust“-Ansatz notwendig – bei unaufgeforderten Nachrichten und Kontakten grundsätzlich skeptisch sein. Bevor man bezahlt oder persönliche Daten teilt, sollte die Anfrage immer auf Echtheit geprüft werden.
Der Safer Internet Day 2026 erinnert daran: Online-Sicherheit entsteht auch durch Alltagsentscheidungen. Korrekte Information, Aufmerksamkeit und Verifikation sind die wirksamsten Mittel für ein sichereres digitales Umfeld.
Kontakte
Das Europäische Verbraucherzentrum Italien ist Montag bis Freitag erreichbar:
Telefon
+39 06 44238090 (Büro Rom)
+39 0471 980939 (Büro Bozen/Bolzano)
info@ecc-netitalia.it
ufficio.stampa@ecc-netitalia.it (Büro Rom)
info@euroconsumatori.org (Büro Bozen/Bolzano)
Web
www.ecc-netitalia.it (Büro Rom)
www.euroconsumatori.org (Büro Bozen/Bolzano)
zurück
