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Europäisches Verbraucherzentrum Italien Büro Bozen
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18.01.2018

Tätigkeitsbericht 2017: Rekordjahr für das Europäische Verbraucherzentrum

 
2017 war ein Rekordjahr für das Europäische Verbraucherzentrum (EVZ) Italien: Die Zahl der Verbraucher, die ihre Anliegen den fachkundigen Beratern des Verbraucherzentrums anvertraut haben, ist gestiegen und auch das Ansehen und die Sichtbarkeit, die das EVZ durch seine Initiativen erlangt hat, gewinnen zusehends an Bedeutung.

Das Europäische Verbraucherzentrum (EVZ) Italien ist Teil des Netzwerkes der Europäischen Verbraucherzentren (ECC-Net) und wird von der Europäischen Kommission sowie den EU-Mitgliedstaaten, Island und Norwegen finanziert. Aufgabe des Netzwerkes ist es, den Verbrauchern durch Informationsarbeit und Unterstützung zu ermöglichen, mit Gelassenheit, Vertrauen im Bewusstsein der eigenen Rechte und Pflichten Käufe im EU-Binnenmarkt tätigen zu können. Seit 2005 stehen dem Verbraucher in Italien zwei Anlaufstellen zur Verfügung: Ein Büro in Bozen, organisiert durch die Verbraucherzentrale Südtirol (VZS) sowie ein Büro in Rom, organisiert durch Adiconsum.

2017 hat das EVZ Italien 3.886 Informationsanfragen (+25% im Vergleich zu 2016) beantwortet und 1.767 italienische Verbraucher (+26% im Vergleich zu 2016) in Bezug auf Streitigkeiten, die im Rahmen eines Kaufes von im EU-Ausland ansässigen Unternehmen, entstanden sind, unterstützt.

In Zusammenarbeit mit dem EVZ des Landes, in welchem der Unternehmer seinen Sitz hat, erleichtert das Europäische Verbraucherzentrum die Kommunikation zwischen Verbraucher und Unternehmer und setzt seine Mediationstätigkeit ein, um den berechtigten Forderungen des Verbrauchers Gehör zu verschaffen. Im Laufe des Jahres 2017 hat das EVZ versucht, 1.255 Beschwerden (+10% im Vergleich zu 2016) außergerichtlich zu lösen. Während 82% dieser Reklamationen von ausländischen Verbrauchern gegen italienische Unternehmen vorgebracht wurden (+23% im Vergleich zu 2016), hat sich die Zahl der Beschwerden, die im Dienste italienischer Verbraucher gegen Unternehmen in einem einem anderen europäischen Land, geführt wurden, um 13,5% (im Vergleich zu 2016) erhöht. „Es ist uns gelungen, beinahe 200.000 Euro zurück zu gewinnen“, erzählt Julia Rufinatscha, Rechtsberaterin des EVZ. Der Flugverkehr führt mit 24,7% die Top Five der Bereiche, in denen die meisten Reklamationen verzeichnet wurden, an, gefolgt vom Autovermietungssektor (20%), dem Bereich der Freizeitdienstleistungen, Veranstaltungen und Kultur (9,4%), dem Bekleidungssektor (8,3%) und dem Bereich der Beherbergungs- und Verpflegungsdienstleistungen (7,8%).

Diese statistischen Daten sind durch die Zahlen, die vom EVZ in seiner Funktion als nationale Kontaktstelle für die europäische Online-Plattform zur Lösung von Streitigkeiten (ODR-Plattform) erzielt wurden, zu ergänzen: über 1.000 Informations- und Unterstützungsanfragen konnten verzeichnet werden.

Beratung und Unterstützung in Bezug auf grenzüberschreitende Beschwerden sind aber nicht die einzigen Tätigkeiten des EVZ, das auch 2017 viel Zeit in die Medienarbeit investiert hat: 62 Pressemitteilungen wurden veröffentlicht, 162 Interviews an lokale und nationale Journalisten gegeben sowie Expertisen zur Erstellung von zahlreichen journalistischen Artikeln zur Verfügung gestellt.

Mit seinen BeraterInnen hat das EVZ auch „junge Verbraucher“ im Rahmen von Vorträgen zum Verbraucherrecht an Oberschulen in Südtirol, an verschiedenen Universitäten und öffentlichen und privaten Einrichtungen erreicht und hat beim Projekt „Generazioni Connesse“, koordiniert durch das MIUR (Ministerium für Unterricht, Universitäten und Forschung) mit der Zielsetzung, Internet zu einem sichereren Ort für junge User zu machen, seinen Beitrag geleistet. Durch die Teilnahme an Veranstaltungen wie Ecomondo und Netcomm Forum, um nur einige zu nennen, konnte das EVZ hautnah Informationen weitergeben.

Von großer Wichtigkeit waren auch der weitreichende Einsatz im Bereich der Präventionsmaßnahmen, der Verbraucherpolitik und die Beiträge zur Gesetzgebung vonseiten der Institutionen: Das EVZ hat den Kritikpunkten, die von den Verbrauchern aufgezeigt wurden, im Rahmen von Treffen mit Behörden und öffentlichen Einrichtungen (Ministerium für wirtschaftliche Entwicklung, ENAC, Antitrust, Postpolizei) Gehör verschafft und ist bei den Unternehmen, durch bilaterale Treffen wie z. B. jenes mit der ANIASA (Associazione Nazionale Industria dell'Autonoleggio) für mehr Transparenz und Fairness im Umgang mit den eigenen Kunden eingetreten.

Steigend sind auch die Zahlen der Webbesucher des EVZ, das sogar zwei Internethomepages – www.ecc-netitalia.it und www.euroconsumatori.org – zur Verfügung stellt, auf denen Informationen und neueste Meldungen im Bereich des Verbraucherrechts abgerufen werden können, mit den Beraterinnen durch Chat interagiert werden kann, Infobroschüren und Musterbriefe heruntergeladen und grenzüberschreitende Beschwerden geschickt werden können. 2017 hat die Seite www.euroconsumatori.org 261.213 Aufrufe (2016 waren es 188.076) registriert, dabei wurden 160.169 Dokumente wurden heruntergeladen. 27.234 Nutzer haben die Homepage www.ecc-netitalia.it aufgerufen, dabei wurden 75.632 Seiten aufgerufen und 8.377 Dokumente heruntergeladen. 2.312 Verbraucher haben der Newsletter erhalten, die das EVZ – Büro Bozen - monatlich in deutscher, italienischer und englischer Sprache veröffentlicht. Etwa 6.000 Verbraucher erhielten alle 15 Tage den Newsletter, die das Büro in Rom herausgibt.


“Wir sind mit den erzielten Resultaten und den Tätigkeiten, die wir 2017 geleistet haben, sehr zufrieden“, erklärt Monika Nardo, Leiterin des EVZ in Bozen. „Wir arbeiten bereits an unserem neuen Tätigkeitsprogramm: 2018 erwartet uns eine wichtige Tagung in Zusammenarbeit mit der juristischen Fakultät der Universität Trient und eine Konferenz zum E-Commerce. 2018 wird auch ein Jahr, in dem verschiedene neue Rechte zum Schutze des europäischen Verbrauchers in Kraft treten werden. Dazu gehören die neuen Bestimmungen im Bereich der Pauschalreise, genauso wie ein Verbot von ungerechtfertigten Mehrkosten für Kreditkartenzahlungen und die Möglichkeit, Abo-Streamingdienste auch im Ausland in Anspruch nehmen zu können. Vom 11. bis zum 13 Februar wird unser Zentrum bei der BIT (Tourismusmesse) in Mailand anwesend sein.


Abschließend erinnern wir daran, dass alle Dienste des Europäischen Verbraucherzentrums Italien kostenlos sind.
Weitere Informationen finden Sie unter www.euroconsumatori.org und www.ecc-netitalia.it


Bozen, 18.01.2018
Presse-Information

 

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