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Europäisches Verbraucherzentrum Italien Büro Bozen
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04.04.2017

Vorsicht bei Produktfälschungen im Internet

 
Träumen auch Sie von einer teuren Designer-Uhr oder einer edlen Marken-Handtasche? Doch Vorsicht: Bei den vermeintlichen Internet-Schnäppchen handelt es sich oft um Produktfälschungen. Aus diesem Grund hat sich das Netzwerk der Europäischen Verbraucherzentren (ECC-Net) in einer europaweiten Studie mit dieser Problematik auseinandergesetzt.

Dem Netzwerk der Europäischen Verbraucherzentren (ECC-Net) wurden zwischen März und August 2016 562 Fälle von Produktfälschungen mitgeteilt, wobei in 393 Fällen die Verkäufer der Plagiate von außerhalb der EU stammten; in 169 Fällen wurde das ECC-Net tätig, da der Verkäufer seinen Sitz in der EU hatte. In den meisten Fällen ging es um gefälschte Kleider, Schuhe und Elektrogeräte.

So hat ein polnischer Verbraucher bei einem britischen Online-Shop das neueste Modell eines Smartphones bestellt. Nach der Bezahlung des Kaufpreises teilte der Händler dem Verbraucher mit, dass das Handy aus China geliefert würde, es sich jedoch um keine Fälschung handle. Nach der Lieferung musste der enttäuschte Käufer feststellen, dass das Handy nicht nur kaputt war, sondern es sich auch um ein Plagiat handelte. Auch im Fall einer österreichischen Konsumentin ging es um eine Fälschung: Die Verbraucherin wollte ein Paar der angesagten, aber leider teuren, Lammfell-Stiefel erwerben. Umso glücklicher war sie, als sie auf einer Internetseite mit dem Original-Logo das Wunschobjekt zu einem günstigen Preis fand. Aber anstelle der begehrten Stiefel bekam sie einen Brief vom australischen Zoll: Da es sich bei den Stiefeln um Fälschungen handelte, waren sie beschlagnahmt worden.

Die Studie belegt, dass der Kauf und Verkauf von gefälschter Markenware in einigen Mitgliedsstaaten auch strafrechtliche Folgen haben kann, so auch in Italien. Mehr dazu hier.
So können Sie Produktfälschungen im Internet erkennen
1. Wenn Sie eine Suchmaschine nutzen, um die Internetseite der Marke zu suchen, und dabei der Zusatz „Outlet“ erscheint, dann deutet das oft auf eine betrügerische Webseite hin.
2. Lesen Sie die allgemeinen Geschäftsbedingungen und schauen Sie, ob Sie dort Informationen zu wichtigen Verbraucherrechten wie zum Rücktrittsrecht oder zur Gewährleistung finden.
3. Kontrollieren Sie, ob die Webseite die Kontaktdaten des Unternehmens (Postanschrift, Telefonnummer, E-Mail-Adresse) enthält.
4. Vergleichen Sie die Kontaktinformationen des Seitenbetreibers auf der Website mit dessen Angaben bei der Registrierung z. B. mit WHOIS.
5. Vergleichen Sie das Firmen-Logo mit dem des Markenproduktes.
6. Werden Sie bei schlechten Designs, fehlerhafter Sprache und mangelhaftem Bildmaterial auf der Webseite hellhörig. Markenhersteller könne sich gute Layouts leisten.
7. Prüfen Sie, ob der Verkäufer auf der Internetseite des Markenherstellers als offizieller Händler gelistet ist, oder fragen Sie nach, ob die Internetseite ein vom Markenhersteller autorisierter Händler ist.
8. Prüfen Sie, ob auf der Internetseite des Markenherstellers vor betrügerischen Seiten gewarnt wird.
9. Vergleichen Sie den Preis mit dem des offiziellen Onlineshops; allzu günstige Angebote (z.B. Preisnachlässe von 70 Prozent und mehr) sind ein Indiz für Betrug.
10. Lesen Sie Bewertungen von anderen Kunden.

Was tun, wenn Sie bereits ein Plagiat erworben haben?
Widerrufen Sie den Kauf innerhalb von 14 Tagen ab Erhalt der Ware schriftlich.
Informieren Sie den Markenhersteller, damit dieser gegen die Produktpiraten vorgehen kann.

Die gesamte Studie des ECC-Net kann hier in englischer Sprache kostenlos heruntergeladen werden.
Weitere Informationen erteilt das EVZ unter der Telefonnummer 0471/980939 sowie unter info@euroconsumatori.org.

Presse-Information
Bozen, 04.04.2017

 

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