Finanziell unterstützt durch
die Europäische Union
Europäisches Verbraucherzentrum Italien Büro Bozen

Was ist eine Abofalle?

- Sie finden auf Internetseiten Angebote zu vermeintlich kostenlosen Downloads oder Streaming-Diensten?
- Der Download von Liedtexten, Rezepten, Routenplanern oder Horoskopen wird gratis angeboten oder aber Streaming-Seiten werben mit kostenlosen Kinofilmen?
- Zur Inanspruchnahme der Dienstleistung wird eine Registrierung verlangt?
- Es lässt sich kein Kostenhinweis finden oder es stellt sich heraus, dass ein solcher lediglich im Kleingedruckten versteckt liegt, und somit von den VerbraucherInnen bei der Anmeldung übersehen wurde?
- Es folgt eine hohe Rechnung?
- Bei Nichtbeachtung folgen weitere Mahnungen?

Ist es Ihnen auch so ergangen? Dann sind Sie höchstwahrscheinlich in eine Kostenfalle getappt!

Von einer Abofalle spricht man also immer dann, wenn ein Angebot so aufgebaut ist, dass der Verbraucher in dem Irrglauben gelassen wird, dass die dort bereitgestellten Dienste gratis seien, tatsächlich aber Kosten anfallen!

In vielen Fällen benutzen die Anbieter dieser Dienste sogenannte „Landing Pages“: Es handelt sich dabei um speziell eingerichtete Internetseiten, deren Inhalt sich beliebig ändern lässt. Nach Aufrufen des über die Suchmaschine gefundenen offiziellen Links, landen Sie auf den präparierten Seiten des Abofallen-Betreibers.

So lässt es sich auch erklären, dass sich Verbraucher häufig nicht an den Hinweis auf die Kostenpflicht und die Tatsache, dass es sich um ein Testabo handelt, erinnern, obwohl diese Informationen auf der offiziellen Seite des Anbieters sehr wohl vorhanden sind. Letztere sieht der Fallen-Seite höchstwahrscheinlich zum Verwechseln ähnlich, nur eben findet man auf der Fallen-Seite diese verbraucherrechtlich so wichtigen Informationen nicht. Und somit erkennen Verbraucher auch nicht, dass es sich in Wirklichkeit um ein Abo handelt, das bei Nichtkündigung nach nur wenigen Tagen in ein sehr teures Jahresabo übergeht.

Aber Abofallen gibt es nicht nur für Dienstleistungen: Es gibt auch solche, die oft durch Pop-Ups in den sozialen Netzwerken beworben werden, die vermeintlich günstige Produkte anbieten und in weiterer Folge für denjenigen, der sie akzeptiert, zu teuren Abonnements führen. Die Bezahlung erfolgt mit einer Kredit- oder Debitkarte oder auf Rechnung. Das Netzwerk der Europäischen Verbraucherzentren (ECC-Net) hat ein Video produziert, welches auf einfache und unterhaltsame Art und Weise einige der Charakteristiken dieser Fallen aufzeigt, damit die Verbraucher diese Online-Fallen erkennen können.

Um zu verstehen, was genau einen solchen Vertrag ungültig macht, ist es wichtig zu wissen, wie ein gültiger online Vertrag zustande kommt.

Wenn für die Bestellung die Aktivierung einer Schaltfläche mittels Mausklick notwendig ist, muss diese Schaltfläche gut lesbar mit den Worten „zahlungspflichtig bestellen“ oder einer ähnlich eindeutigen Formulierung gekennzeichnet sein - sonst ist der Verbraucher nicht vertraglich gebunden. Demach ist der Vertrag für den Verbraucher mit dem Anklicken des Buttons „Kaufen“ (oder Ähnlichem) verbindlich (sog. Button-Lösung).

Wie können Sie Abofallen aus dem Weg gehen?

Gehen Sie mit Ihren persönlichen Daten vorsichtig um und füllen Sie nicht sorglos Onlineformulare aus.
Lesen Sie die allgemeinen Geschäftsbedingungen (AGB) genau durch: Diese könnten Hinweise auf ein kostenpflichtiges Abonnement enthalten.
Recherchieren Sie online über das Unternehmen bevor Sie eine Bestellung/Anmeldung machen.
Dokumentieren Sie den Bestellvorgang anhand von Screenshots.
Beanstanden Sie die Rechnung schriftlich, wenn Sie bei der Bestellung nicht klar auf die Kostenpflichtigkeit hingewiesen wurden. Sie sind in diesem Fall nicht zur Zahlung verpflichtet!
Auch im Internet hat niemand etwas zu verschenken!

Haben Sie alle obigen Fragen mit JA beantwortet? Dann laden Sie unseren kostenlosen Musterbrief herunter – für weitere Infos und Hilfe können Sie sich gerne an uns wenden!