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Weltverbrauchertag: grenzüberschreitende Reklamationen um mehr als 23% gestiegen

2.947 Informationsanfragen, 1.103 sog. simple complaints, 546 Fälle, 348.992 Besucher auf der Internetseite, 2.073 Abbonnenten der Newsletter, 7.800 verteilte Broschüren, 36 veröffentlichte Presse-Informationen - dies die Zahlen der Tätigkeiten des EVZ Bozen im Jahr 2009.

Es gibt derzeit in Europa über 490 Millionen Verbraucher, deren Ausgaben über die Hälfte des BIP (Bruttoinlandsprodukts) der EU ausmachen. Dennoch lässt sich in der gesamten EU beobachten, dass die Verbraucher kein Vertrauen in grenzüberschreitende Einkäufe haben. Gerade um dieses Vertrauen der Verbraucher in grenzüberschreitende Einkäufe zu stärken (gegenwärtig nutzt nur jeder vierte Konsument diese Möglichkeit), hat die Europäische Kommission, gemeinsam mit den Mitgliedsstaaten, das Netzwerk der Europäischen Verbraucherzentren (ECC-Net) ins Leben gerufen. Zweck dieses Netzwerks ist es, Verbraucher, die Güter und Dienstleistungen in einem anderen EU-Staat erwerben, über ihre Rechte als "Euro-Verbraucher" zu informieren und ihnen vor allem einen juridischen Beistand zu bieten, wenn ihre Rechte verletzt werden.

Im Jahr 2009 sind beim Europäischen Verbraucherzentrum (EVZ) Bozen 2.947 Informationsanfragen sowie 1.103 sog. simple complaints (bei diesen liegt bereits ein konkretes, grenzüberschreitendes Problem vor, ohne dass jedoch ein Einschreiten des EVZ nötig ist) eingelangt; 546 Fälle wurden bearbeitet (23,8% mehr als im Jahr 2008). Dazu kommen 348.992 Besucher der Homepage (www.euroconsumatori.org) und die 2.073 Abonnenten der Newsletter (9,56% mehr als Jahr 2008), die 11 Mal im Jahr in deutscher, italienischer, ladinischer und englischer Version erschienen ist. Ca. 7.800 Broschüren in deutscher, italienischer sowie englischer Sprache wurden zusätzlich an die VerbraucherInnen ausgeteilt und 36 Presse-Informationen veröffentlicht.

61,18% der Infoanfragen hatten nationalen, 38,82% grenzüberschreitenden Charakter. Die Hauptthemenbereiche waren: Reisen (Flüge, Pauschalreisen, Hotels, Reiseversicherungen und Timesharing - 40,10%), E-Commerce (13,45%) sowie Autoimport (7,86%).

Im abgelaufenen Jahr war der Reisesektor erneut Spitzenreiter der eingegangenen Reklamationen. Die Mehrzahl der Anfragen betraf dabei wiederum den Bereich Flugtransport; auch 2009 hatten einige Fluggesellschaften, namentlich die slowakische Fluglinie Sky Europe sowie die italienische Fluggesellschaft Myair, mit großen finanziellen Problemen zu kämpfen. Daneben wurden zahlreiche Verbraucher Opfer der Zahlungsunfähigkeit des italienischen Reiseveranstalters und Internet-Reisebüros Todomondo. Auch die Angst vor der Schweinegrippe und vor Terroranschlägen hat viele Verbraucher dazu bewogen, beim EVZ Rat zu suchen.

Zahlreiche Anfragen und Beschwerden sind auch zu Partnervermittlungsverträgen eingegangen. Durch gezieltes Informieren der KonsumentInnen in Interviews, mit einer Pressemitteilung sowie durch Informationen auf der Homepage war jedoch die Anzahl der Beschwerden rückläufig.

Ein weiterer reklamationsanfälliger Bereich war der des E-Commerce; die meisten Probleme betrafen wiederum die sogenannten Kostenfallen. Das Phänomen der Kostenfallen, das 2007 erstmals richtig aufgetreten war, stellt in allen EU-Ländern mit deutschsprachiger Bevölkerung ein großes Problem dar und wird das EVZ mit Sicherheit auch in Zukunft beschäftigen, da die Methoden der Betreiber immer ausgeklügelter und trickreicher werden.

Der vollständige Jahresbericht ist auf der Seite des EVZ Bozen abrufbar.


Bozen, 15.03.2010
Presse-Information



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