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Konzertkarten im Internet - nicht jeder Anbieter ist seriös

Bei unseren Kollegen des Europäischen Verbraucherzentrum in Wien häufen sich zurzeit die Beschwerden über Bestellungen von Konzertkarten im Internet. Vor allem im Hinblick auf das kürzlich stattgefundene U2-Konzert in Wien gab es massive Probleme: Konsumenten hatten schon vor Monaten Eintrittskarten bestellt und bezahlt, welche wenige Wochen bzw. Tage vor dem Konzert zugestellt werden sollten. Eine Lieferung fand allerdings nicht statt. Die Firmen, über die die Tickets bestellt wurden, antworteten daraufhin nicht auf Rückerstattungsersuchen der betroffenen Konsumenten, so schreibt das EVZ Österreich auf seiner Webseite. Aber auch das EVZ Italien musste einige ähnliche Reklamationen verzeichnen.

Als Frau A. vor über einem Jahr im Radio die Ankündigung des Starts des Kartenvorverkaufs für das Münchner Konzert ihrer Lieblingsband U2 hörte, zögerte sie nicht und ging sofort ins Internet. Über eine Suchmaschine gelangte sie auf die Seite eines norwegischen Kartenanbieters; dort bestellte sie ihr Ticket und jene für ihre sechs Freunde gleich mit. Über 700 Euro bezahlte sie per Kreditkarte. Das U2-Konzert in München vor wenigen Tagen fand jedoch ohne Frau A. statt. Eigentlich hatte ihr der Anbieter versprochen, die Karten mittels Kurierdienst einige Wochen vor dem Konzerttermin nach Hause zu liefern. Als die Karten auf sich warten ließen, reklamierte Frau A. Der Anbieter kündigte daraufhin an, sie am Konzerttag anzurufen, und einen Treffpunkt direkt in München zu vereinbaren; dort sollten ihr die Karten nur wenige Stunden vor Konzertbeginn übergeben werden. Frau A. willigte schließlich ein und fuhr nach München. Auf einen Anruf wartete sie allerdings vergebens.

Etwas besser erging es Frau B.: Sie bekam nicht wie vereinbart, die Karten vorab nach Hause geliefert, sondern auch sie fuhr nach München und erhielt dort tatsächlich Tickets, allerdings nicht für die bestellten und bereits bezahlten teureren Stehplätze, sondern für die billigeren Sitzplätze. Die Erstattung des Differenzbetrags erhielt sie bislang natürlich nicht.

Aber nicht nur bei online bestellten Konzertkarten gab es Schwierigkeiten, sondern auch bei Tickets für Sportveranstaltungen. Bereits im Sommer hatte ein Verbraucher das EVZ Bozen um Hilfe gebeten, da er für über 10.000 Euro mehrere Tickets für Spiele der Fußball-WM in Südafrika gekauft hatte. Auch in diesem Fall wurden die Karten nicht wie vertraglich vereinbart per Kurier zum Verbraucher nach Hause geliefert. Der Verbraucher wurde vom Online-Anbieter aufgefordert, nach Südafrika zu fahren, dort würde er seine Karten vor den jeweiligen Spielen dann schon erhalten. Dass der Verbraucher dieses Risiko nicht eingehen und die teuren Reisekosten auf gut Glück tragen wollte, ist verständlich. Der Anbieter weigert sich nun aber, das Geld rückzuerstatten: der Verbraucher hätte die Karten angeblich noch kurz vor dem Spiel erhalten.

Das EVZ rät allen Verbrauchern, ihre Karten nur bei den offiziellen Vorverkaufsstellen bzw. bei bekannten Ticketwebseiten im Internet zu bestellen, dabei immer alle Unterlagen ausdrucken und aufzubewahren. Bei außergewöhnlichen oder exklusiven Angeboten von Eintrittskarten im Internet oder bei Kartenangeboten bei bereits ausverkauften Konzerten, ist immer Misstrauen angesagt. Haben Sie die Karten per Kreditkarte bezahlt und wurden diese nicht geliefert, dann setzen Sie sich mit ihrem Kreditkartenunternehmen in Verbindung und ersuchen Sie - nach dem Veranstaltungsdatum - schriftlich um eine Rückbuchung der Ticketkosten. Sollten Sie keine Tickets erhalten haben und sollte eine Rückforderung des Kaufpreises auch nach Intervention des Netzwerks der Europäischen Verbraucherzentren (ECC-Net) nicht gelungen sein, dann bleibt nur eine Anzeige bei der Postpolizei.



Bozen, 24.09.2010
Presse-Information



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