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Neue Software schützt vor Abzockern im Internet

Verbraucherzentrale Bundesverband und Computerbild vereint gegen Kostenfallen

Beinahe täglich melden sich beim Europäischen Verbraucherzentrum (EVZ) in Bozen meist deutschsprachige Verbraucher, die Rechnungen, Mahnungen und auch Inkasso- oder Anwaltsschreiben erhalten haben, weil sie sich unbewusst auf vermeintlich kostenlosen Internetseiten angemeldet haben, die sich im Nachhinein als sogenannte Kostenfalle entpuppten. Fast immer handelt es sich dabei um Seiten aus Deutschland. Eine von der deutschen Zeitschrift Computerbild entwickelte Software soll vor diesen dreisten Abzockerseiten schützen.

Geschichten wie diese haben die BeraterInnen des EVZ schon unzählige Male gehört: Auf der Suche nach kostenlosen Programmen oder Updates, wie z. B. dem weitverbreiteten Adobe Reader oder dem DivX Player, landen die Verbraucher über eine Suchmaschine auf einer dieser Seiten. Um die entsprechende Datei herunterladen zu können, müssen sie sich zuerst anmelden. Dass damit der Abschluss eines kostenpflichtigen Zugangs oder Abonnements verbunden ist, wird ihnen erst bewusst, sobald sie die Rechnung oder eine Mahnung erhalten. Wie der Verbraucherzentrale Bundesverband in seiner Aussendung vom 3.8.2009 berichtet, verschickte nach Angaben der Computerbild die Firma Content Services Limited, die Betreiberin der Seite opendownload.de, im April dieses Jahres in einer einzigen Woche 170.000 Rechnungen! Ein Millionengeschäft für die Firma, selbst wenn nur ein Bruchteil der Empfänger der Zahlungsaufforderung in Höhe von 96 Euro nachkommt.

Gegen diese und andere Firmen konnte der Verbraucherzentrale Bundesverband in Deutschland schon Gerichtsurteile erwirken. Trotzdem finden sie immer wieder Schlupflöcher, um ihre undurchsichtigen Machenschaften weiterzuführen: Die Webseite wird einfach abgeändert, eine neue Webseite erstellt oder eine neue Firma gegründet. Oft entziehen sich die Unternehmen der Rechtsverfolgung, indem sie ihren Sitz einfach ins Ausland, z.B. nach Dubai, verlegen. Und immer wieder gehen gänzlich neue Abzockseiten online.

Der Verbraucherzentrale Bundesverband fordert erneut klarere gesetzliche Vorgaben um die Preistransparenz im Internet zu erhöhen. Es sollte etwa durch ein deutlich sichtbares Abfragefeld sofort erkennbar sein, ob ein Angebot etwas kostet und wie viel. Auch die „Handlanger“ sollten in die Mangel genommen werden können: Anwälten, die im Namen der Firmen Mahnschreiben wie Postwurfsendungen verschicken, sollte der Entzug der Zulassung drohen.

Um den zahlreichen potentiellen zukünftigen Opfern ein Instrument zum Selbstschutz zu geben, haben der Verbraucherzentrale Bundesverband und die Fachzeitschrift Computerbild ihre Kräfte gebündelt. Die von Computerbild entwickelte kostenlose Software „Abzock-Schutz“ lässt sich in den Browser integrieren und schlägt Alarm, sobald der Benutzer auf eine bereits einschlägig bekannte Seite gerät und verweist sogar auf gebührenfreie Alternativen. Das Programm verfügt, ähnlich wie ein Antivirusprogramm, über eine Datenbank, die bei jedem Start des Browsers aktualisiert wird. Diese Sperrliste wird ständig von Verbraucherschützern, Anwälten, dem Internetportal abzocknews.de und der Computerbild-Redaktion ergänzt. Zusätzlich kann jeder Nutzer selbst verdächtige Seiten melden.

Für weitere Informationen können sich betroffene italienische Verbraucher an das Europäische Verbraucherzentrum in Bozen wenden (Tel. 0471-980939, E-Mail: info@euroconsumatori.org).


Bozen, 14.08.2009
Presse-Information



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