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Reisebeschwerden ... machen keinen Urlaub!

Im Jahr 2008 sind 300.324 Südtiroler in den Urlaub gefahren; 790 Millionen Fluggäste wurden im Laufe des Jahres 2007 in der Europäischen Union befördert. Da ist es nicht verwunderlich, dass es in 50% aller vom Europäischen Verbraucherzentrum (EVZ) Bozen behandelten Reklamationen um Reiseangelegenheiten ging.

Bei der Pressekonferenz, die am heutigen 19. Juni am Flughafen Bozen stattfand, hat das Europäische Verbraucherzentrum (EVZ) die am häufigsten auftretenden Probleme im Reise- und Urlaubssektor vorgestellt. "Von den 5.300 beim EVZ im Jahre 2008 eingegangenen Reklamationen, hatten 50% mit dem Reisesektor zu tun. Das Business rund um den Beförderungszweig boomt in Europa und hat im Jahr 2007 einen Umsatz von 145 Milliarden Euro erzielt. Aus diesem Grund ist es unerlässlich, dass dem Verbraucher zum Thema Reisen und Urlaub eine Beratung zur Verfügung steht, die Information und Hilfe bei Urlaubsproblemen bietet", erklärt Walther Andreaus, Geschäftsführer der Verbraucherzentrale Südtirol (VZS), Trägerorganisation des EVZ.

Besonders der Bereich des Flugtransportes fordert den Einsatz des EVZ. Die Europäische Kommission sieht bis zum Jahre 2020 eine Verdoppelung der Passagieranzahl voraus. Eine Verdoppelung der Beschwerden wird damit wohl Hand in Hand einhergehen. "Das Hauptproblem dabei liegt in der Befolgung der Verordnung 261/2004/EG durch die Fluglinien. Diese Norm sieht nämlich genau definierte Rechte der Fluggäste im Falle von Verspätung, Annullierung und Nichtbeförderung vor", so Monika Nardo, Beraterin des EVZ. "Häufig verweigern die Fluggesellschaften die Anerkennung der aus obgenannter Verordnung resultierenden Rechte und zwingen die VerbraucherInnen somit unter großem Zeitaufwand den Versuch zu starten, das ihnen Zustehende einzufordern", fährt die EVZ-Juristin fort. Hinzu kommen weltweit 42 Millionen verloren gegangene Gepäcksstücke im Jahr 2007 (2006 waren es 34 Millionen, 2005 30 Millionen).

"Auch im Bereich der Pauschalreisen gibt es genügend Arbeit," erklärt Julia Rufinatscha, Beraterin am EVZ. "Es kommt häufig vor, dass die Abflugzeit des Hinflugs sich verspätet und der Rückflug vorverlegt wird, womit sich die tatsächliche Urlaubszeit oft nicht selten um mehr als einen Tag verkürzt". Hinzu kommt, dass die VerbraucherInnen nicht immer genügend informiert sind, um Preissteigerungen, Rücktrittspönalen und Klauseln von Reiseversicherungen richtig einschätzen zu können. Es sei zudem bemerkt, dass durch das Aufkommen der Billigfluggesellschaften sowie durch die Entwicklung des E-Commerce und die damit in Verbindung stehende Gewohnheit, die einzelnen turistischen Dienstleistungen bei verschiedenen Anbietern zu buchen, sich neue Problematiken zeigen, die juristisch nicht immer eindeutig einzuordnen sind (56% aller Europäer geben an, ihren Urlaub selbst - etwa über Internet - zu organisieren).

All jene VerbraucherInnen die dabei sind, ihren Urlaub zu planen (aus einer Umfrage geht hervor, dass 53% der Befragten die Finanzkrise dabei nicht als Hindernis sehen) oder gar schon abgereist sind (59% geben an, innerhalb der nächsten 6 Monaten zu verreisen), können beim Europäischen Verbraucherzentrum in der Brennerstraße Nr. 3 in Bozen unzählige Informationen und nützliche Ratschläge rund um das Thema Reisen und Urlaub einholen und dazu Informationsmaterial finden. Auch telefonisch sind wir von Montag bis Freitag von 8-16 Uhr erreichbar. Alle Informationen sind auch online auf der Homepage des EVZ abrufbar.



Bozen, 19.06.2009
Presse-Information



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