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Notruf

1-1-2: - Die europaweite Notrufnummer - Wo auch immer Sie sich in Europa aufhalten

Die Zahl der Reisenden in der EU steigt jährlich. Daher ist es beruhigend zu wissen, dass nunmehr eine einheitliche Notrufnummer für alle EU-Länder zur Verfügung steht. Bei einem medizinischen Notfall - sei es ein Herzinfarkt, ein Autounfall oder ein Unfall auf den Schipisten – ist jede Sekunde kostbar. Jeder Augenblick kann Leben retten.

Wenn ein Bürger nun irgendwo innerhalb der EU die Nummer 1-1-2 vom Festnetz oder einem Handy aus wählt, wird er mit einem Mitarbeiter einer Zentrale verbunden, der sich entweder direkt selbst um den Fall kümmert oder den Anruf an den zuständigen Notfalldienst weiterleitet. Auf jeden Fall erhält der Bürger den gleichen Versorgungsstandard, wie er ihn auch in seinem Ursprungsland erwarten kann.

Momentan laufen die Arbeiten auf Hochtouren, um die Notrufzentralen so auszustatten, dass der Ansturm von Notrufen bewältigt werden kann – 100 Millionen Anrufe gehen nämlich jährlich bei den Notrufzentralen ein. In allen EU-Staaten müssen Notfalldienste wie Rettung, Feuerwehr und Polizei an diese Notrufzentralen angeschlossen werden. Außerdem müssen Investitionen in die neueste Technologie getätigt werden, so dass in Zukunft die Notrufzentralen sofort die genaue Position des Anrufers orten können. Genauere Informationen über die einheitliche europäische Notrufnummer in Europa sind auf der Seite der europäischen Kommission verfügbar.

Wichtig ist, dass jeder EU-Bürger über die einheitliche europäische Notrufnummer informiert ist und sie auch korrekt benutzt. Gegenwärtig sind 60% der bei den Notrufzentralen eingegangenen Telefonate Scherzanrufe. Jeder Fehlalarm kostet ein beträchtliches Maß an Zeit und behindert wirklich notwendige Einsätze. Jedes Mal wenn ein Rettungswagen bei einem Fehlalarm losgeschickt wird, kann dies das Leben eines Patienten kosten, der tatsächlich Hilfe braucht.

Dieser aktuelle Versuch den Rettungsdienst auf europäischer Ebene zu vereinheitlichen, wurde bis jetzt jedoch nur teilweise umgesetzt, da fast alle Mitgliedsstaaten zusätzlich zur Nummer 1-1-2 ihre eigene Notrufnummer behalten haben. In Deutschland und in Schweden ist der Notruf für medizinische Notfälle die Nummer 1-1-2, in Irland die Nummer 9-9-9, in Spanien 0-6-1, in Frankreich die 1-5 und in Österreich die 1-4-4. All diese verschiedenen Notrufdienste sind auf jeden Fall an die internationalen Leitlinien für Notfallmedizin gebunden. Diese Leitlinien wurden von wissenschaftlichen Forschungseinrichtungen für Notfallmedizin erarbeitet, welche durch ihre Forschungsarbeiten den Mitgliedsstaaten die besten und wirksamsten Maßnahmen und Instrumente für die örtlichen Notfallhilfe liefern.

Wir möchten daran erinnern, dass die einheitliche nationale Notfallnummer für medizinische Notfälle in Italien die 1-1-8 ist. Wer die Nummer 1-1-2 anruft, erreicht die Carabinieri, die den Anruf an die zuständigen Notfalldienste weiterleiten (Rettung, Feuerwehr, usw.).

Es wird gerade an der Entwicklung einer neuen Technologie gearbeitet, die es ermöglichen wird, dass Autos, welche in einem Unfall verwickelt sind, automatisch die Nummer 1-1-2 anrufen. Die EU plant ihrerseits die Voraussetzungen zu schaffen, dass ab 2009 alle Neuwagen mit diesem automatischen Notrufsystem (eCall) ausgestattet werden. Damit dieses System auch effektiv funktioniert, ist es erforderlich, dass alle Notrufdienste technisch so ausgerüstet sind, dass sie dieses Signal empfangen und die genaue Position des Fahrzeugs lokalisieren können. Nähere Informationen zum neuen “eCall” System sind unter http://europa.eu/scadplus/leg/de/lvb/l31103a.htm nachlesbar.



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