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Aus Waschmittel wird WundermittelAusländische Firma verkauft angebliches Allheilmittel um 900 Euro – Finanzpolizei Meran ermitteltEine Einladung für eine Waschmittelvorführung, einen Gutschein für verschiedene Produkte und ein 3-Gänge-Essen: einen solchen Brief haben in den letzten Wochen mehrere Meraner Bürger, vor allem RentnerInnen, per Post bekommen. In der Überzeugung, einem Waschmitteltest beizuwohnen, sind die VerbraucherInnen dann auch zum Treffen gegangen, aber schon nach wenigen Minuten haben die Teilnehmer gemerkt, dass es sich in Wirklichkeit um eine Vorführung für den Kauf eines „Wundermittelchen“ handelte. Ein Mittel, welches laut Ankündigung während der Veranstaltung jedes Wehwehchen des Alters heilen würde.„Nach einigen Monaten Kur mit diesem Mittel braucht ihr die Medikamente die euer Arzt euch gegen Bluthochdruck, Ostheoporose, Herzprobleme und Arteriosklerose verschreibt, nicht mehr nehmen“ erzählt der Verkäufer seinen Gästen und zeigt dabei Bilder von Arterien, die Dank des Wundermittelchen wieder „sauber“ werden und verweist auf kleingeschriebene Texte, die von den Anwesenden nicht gelesen werden können. An den 2 Veranstaltungen, von denen das Europäische Verbraucherzentrum (EVZ) Bozen weiß, haben insgesamt ca. 40 Personen teilgenommen, von denen 8 zum Kauf des „Vita Sanitas Q 10“ überzeugt wurden: 6 Packungen zu je 6 Fläschchen zum „Spottpreis“ von nur Euro 900,00. Die Konsumenten berichten, dass die Bezahlung nur in Bargeld erfolgen konnte; einige wurden sogar zur Bank begleitet, um dort das Geld zu beheben. Wenige Tage nach den Veranstaltungen haben sich einige der Käufer an das EVZ gewandt, um Infos zum Rücktrittsrecht zu bekommen. Für Kaufverträge, die außerhalb der Geschäftslokale abgeschlossen werden, sieht der italienische Verbraucherschutzkodex ein Rücktrittsrecht innerhalb von 10 Tagen ab Kauf vor. Das große Problem bei dieser Geschichte liegt in der Tatsache, dass der Kaufvertrag, den die VerbraucherInnen unterzeichnet haben, weder den Firmennamen noch eine Adresse enthält, an welche das Rücktrittsschreiben gerichtet werden könnte. Nach einigen Gesprächen mit den Konsumenten, die in diese Falle getappt sind, hat das EVZ Bozen eigene Recherchen angestellt: „Wir haben herausgefunden, dass die Werbe- und Verkaufsmethoden dieses Produktes bereits von der österreichischen Polizei in Zusammenarbeit mit der Arbeiterkammer angeprangert und anschließend gestoppt worden sind. Auch in Österreich wurden die Konsumenten mit tollen Prämien angelockt und mit den heilenden Wirkungen des Produktes zum Kauf überzeugt“, so Monika Nardo vom Europäischen Verbraucherzentrum. Dank zweier entschlossener Konsumentinnen wurde die Finanzpolizei auf die Sache aufmerksam: „Ich habe mich entschlossen, den Vorfall zu melden, weil ich nicht möchte, dass andere Leute ihr Geld auf dieselbe Weise wie ich verlieren“ meint eine der Konsumentinnen. „Ich lade alle ein, die sich in dieser Geschichte wieder erkennen, sich an die Finanzpolizei von Meran, Rossinistraße Nr. 6/a zu wenden, um dort von Montag bis Donnerstag von 8 bis 16 Uhr und Freitags von 8 bis 12 Uhr Meldung zu erstatten“, sagt Monika Nardo vom EVZ Bozen. Presse-Information Bozen, 01.08.2006
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