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9. Mai - Europatag

Auf vielen Kalendern und Terminplanern findet sich beim Datum 9. Mai der Vermerk "Europatag" oder "Tag der Europäischen Union". Warum dieser Tag so wichtig für Europa ist, wissen allerdings die Wenigsten: Der 9. Mai 1950 gilt als Geburtstunde Europas als Gemeinschaft.

Am 9. Mai 1950 stellte Robert Schuman, der damalige französische Außenminister, seinen Vorschlag für die Schaffung eines organisierten Europas, welches seiner Ansicht nach für die Erhaltung des Friedens unabdingbar war, vor. Dieser Vorschlag, welcher durch die Bezeichnung "Schuman-Erklärung" Berühmtheit erlangte, wird als der erste Impuls für die Schaffung der heutigen Europäischen Union angesehen. Damals schlug man also vor, die Rohstoffe, die vordem Grundvoraussetzung für die militärische Rüstung waren, nämlich Kohle und Stahl, durch ein überstaatliches europäisches Organ verwalten zu lassen. Alles hatte somit seinen Anfang an jenem 9. Mai - beim Mailänder Gipfeltreffen im Jahr 1985 beschlossen die Staats- und Regierungschefs diesen Tag als Europatag zu begehen.

Heute gehört der 9. Mai als Europatag zu den europäischen Symbolen; gemeinsam mit der Flagge, der Hymne, dem Motto und der gemeinsamen Währung (dem Euro) bezeugt er die Einheit der Union. Mit nunmehr 27 Mitgliedsstaaten und einer Bevölkerung von beinahe einer halben Milliarde Menschen umfasst die Europäische Union einen Großteil des Territoriums des Kontinents. Zu den primären Zielen, welche sich die EU in Hinblick auf die Schaffung des gemeinsamen Marktes gesteckt hatte, zählt gerade der Schutz der sogenannten schwachen Partei, der Schutz des Verbrauchers. So ist der Titel XI des Maastrichter Vertrags dem Verbraucherschutz gewidmet.

Wie Meglena Kuneva, die EU-Verbraucherkommissarin erklärt, gibt es derzeit "in Europa über 490 Millionen Verbraucher, deren Ausgaben über die Hälfte des BIP (Bruttoinlandsprodukts) der EU ausmachen. Ohne Verbraucher gibt es kein Wirtschaftswachstum und keine neuen Arbeitsplätze. Dennoch lässt sich in der gesamten EU beobachten, dass die Verbraucher kein Vertrauen in grenzüberschreitende Einkäufe haben."

Gerade um dieses Vertrauen der Verbraucher in grenzüberschreitende Einkäufe zu stärken (gegenwärtig nutzt erst jeder Vierte Konsument diese Möglichkeit), hat die Europäische Kommission, gemeinsam mit den Mitgliedsstaaten, das Netzwerk der Europäischen Verbraucherzentren (ECC-Net) ins Leben gerufen. Zweck dieses Netzwerks ist es, die Verbraucher die Güter und Dienstleistungen in einem anderen EU-Staat erwerben, über ihre Rechte als "Euro-Verbraucher" zu informieren und zu bilden, und vor allem ihnen einen juridischen Beistand zu bieten, wenn ihre Rechte verletzt werden. Seit 2008 sind die Europäischen Verbraucherzentren (EVZ) in allen Mitgliedsstaaten, sowie in Island und Norwegen, präsent. Im Jahr 2007 bearbeitete das ECC-Net 55.000 Reklamationen, 22% davon betrafen Fälle im Flugverkehr.

Detailliertere Informationen zum ECC-Net und im Allgemeinen zum europäischen Verbraucherrecht sind auf der Internetseite des Europäischen Verbraucherzentrums (EVZ) in Bozen verfügbar: www.euroconsumatori.org.


Bozen, 08.05.2009
Presse-Information



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