Europäisches Verbraucherzentrum stellt 15 Jahre Tätigkeit vor
In den 15 Jahren seiner Tätigkeit konnte das EVZ in Bozen mehr als 168.000 Konsumentenkontakte verzeichnen und mehr als 42.500 Anfragen und Beratungen entgegennehmen und behandeln; 2010 hat es für die europäischen VerbraucherInnen mehr als 100.000 Euro zurückgewonnen.
Daten, Fakten und Zahlen zu 15 Jahren Tätigkeit für den europäischen Verbraucher hat das Europäische Verbraucherzentrum heute in Zusammenarbeit mit dem Amt für Kabinettsangelegenheiten im Rahmen einer Pressekonferenz präsentiert.
1995 wurde "eurokons" im Rahmen eines europäischen Projektes von der Verbraucherzentrale Südtirol zusammen mit dem österreichischen Verein für Konsumenteninformation (VKI) aufgebaut und 1999 in "Europäisches Verbraucherzentrum" umbenannt. Seit Jänner 2006 verfügt das EVZ Italien über einen Hauptsitz in Rom und einen "Grenzsitz" in Bozen. Das EVZ ist seit 2005 Teil des Netzwerks der Europäischen Verbraucherzentren (ECC-Net), welches inzwischen 29 Zentren umfasst (ein EVZ in jedem EU-Staat sowie in Island und Norwegen).
Aufgrund der enormen Reichweite der Fälle von Island im hohen Norden bis Zypern im Süden, von Portugal im Westen bis zu den baltischen Staaten im Osten, ist es umso wichtiger in ein gesamteuropäisches Netzwerk eingebunden zu sein; es erleichtert die tägliche Arbeit des EVZ Bozen, da die Kollegen über die in ihrem Land geltenden gesetzlichen Bestimmungen natürlich am besten Bescheid wissen.
Im Mittelpunkt der Tätigkeit des EVZ stand und steht das Er- und Bereitstellen von Informationsmaterial (Pressemitteilungen, Broschüren, Infoblätter), die Beratung und konkrete Unterstützung der VerbraucherInnen sowie die Hilfestellung beim Zugang zu grenzüberschreitenden außergerichtlichen Streitbeilegungsmöglichkeiten (ADR). Daneben hat das EVZ an den Universitäten von Bozen und Trient, in Schulen sowie für verschiedene Vereine Vorträge zum Konsumentenrecht gehalten. Mit einem Camper wurden die wichtigsten Südtiroler Städte und einige Feriendörfer im Trentino besucht, um die VerbraucherInnen direkt vor Ort rund um das Thema Reisen zu informieren. Da der Reisesektor besonders reklamationsanfällig ist, wurde in den vergangenen Jahren vor Beginn der Sommerferien stets eine Pressekonferenz zum Thema Reisen abgehalten, um die VerbraucherInnen über ihre diesbezüglichen Rechte zu informieren, ihnen Tipps zu geben, sowie unser zahlreiches Informationsmaterial in diesem Bereich vorzustellen.
Zu unseren größten Veranstaltungen der vergangenen Jahre zählen jene drei im Bereich der außergerichtlichen Streitbeilegung (ADR - Alternative Dispute Resolution). Gemeinsam mit dem Amt für Kabinettsangelegenheiten haben wir dazu einen Runden Tisch organisiert, des Weiteren haben wir eine Tagung mit der Universität Trient sowie eine weitere Tagung mit der Handelskammer Bozen veranstaltet.
In den Jahren zwischen 1996 und 2011 ist das Europäische Verbraucherzentrum Bozen mit sehr viel Kuriosem, Unvorstellbarem und Interessantem konfrontiert worden: Da gab es eine russische Zeitschriftenredaktion, die uns in russischer Sprache kontaktiert und uns auf einen in russisch veröffentlichen Artikel anspricht, der unser Zentrum nennt; die Ersteigerung eines Autos um vermeintliche 1 Euro, die sich als teures Vergnügen herausstellte; den Esel, der von Marokko nach Italien musste und die Zugfahrt, die nach Valencia (Spanien) führen sollte, jedoch in Valence (Frankreich) endete.
In einigen besonders schwerwiegenden und weitgreifenden Fällen hat das EVZ auch ein Gerichtsverfahren nicht gescheut: Ein Fall der jüngeren Vergangenheit betrifft sogenannte Wundermittel, mit denen den meist älteren Verbrauchern auf Verkaufsveranstaltungen in ganz Südtirol eine "zweite Jugend" versprochen wurde - natürlich gegen jede Menge Bares. Durch die Mithilfe des EVZ war es der Finanzpolizei gelungen, bei den deutschen Veranstaltern Bargeld in Höhe von 30.000 Euro zu beschlagnahmen. In einem Prozess vor der Außenstelle Meran des Landesgerichts Bozen wurde schließlich entschieden, das beschlagnahmte Geld unter den betroffenen KonsumentInnen aufzuteilen. Die Verbraucherzentrale (Trägerorganisation des EVZ Bozen) wurde als Interessenvertreterin vor Gericht anerkannt.
In den vergangenen Jahren konnten wir feststellen, dass sich die KonsumentInnen immer mehr ihrer Rechte bewusst werden und diese auch geltend machen. Sie sehen den europäischen Binnenmarkt immer weniger als etwas Abstraktes, von oben Vorgegebenes, sondern immer mehr als eine Chance davon auch persönlich, vor allem finanziell, zu profitieren und nutzen die Vorteile, die dieser mit sich bringt, immer öfter.Statistik 15 Jahre EVZ Bozen, 12.05.2011
Presse-Information
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